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Artgerechte Hundenahrung

  • Vanessa Klein
  • 08.09.2019
  • Wissenswertes
Wer hat heutzutage noch den Durchblick bei den riesigen Mengen, die es mittlerweile an Futter für Hunde zu kaufen gibt? Die meisten Hundebesitzer sind wahrscheinlich einfach nur froh, wenn sie ein Futter gefunden haben, welches dem Hund schmeckt und sein Bedürfnis nach Hunger befriedigt. So einfach ist es jedoch nicht mit einer artgerechten Tiernahrung für unseren vierbeinigen Liebling. Worauf Du beim Kauf achten sollten und warum erkläre ich Dir auf der folgenden Seite.


Anatomie:

Einige werden sich fragen welche Rolle die Anatomie bei der Fütterung spielt, meiner Meinung nach, eine sehr wichtige. Schauen wir uns einmal die Anatomie des Hundes genauer an:

Das Maul ist mit Reißzähnen ausgestattet, um Fleisch aus dem Beutetier zu reißen. Dabei wird es dann nicht zerkaut, denn der Hund hat keine Mahlzähne (wie z. B. der Mensch). Er reißt die Stücke so lange klein bis er sie im ganzen abschlucken kann.

Die Salzsäure im Magen des Hundes ist um das zehnfache Stärker wie beim Menschen. Durch die Salzsäure wird der pH Wert im Magen gesenkt. Dadurch werden die durch das Futter aufgenommenen Bakterien abgetötet. Zusätzlich bewirkt die Salzsäure die Aktivierung des Eiweißabbaus aus dem Futter.

Vergleichen wir nun einmal das Verhältnis von Körper-/Darmlänge:

Katze                 1:3                      (Karnivore = Fleischfresser)

Hund                  1:5                      (Karnivore = Fleischfresser)

Mensch              1:6                      (Omnivore = Allesfresser)

Schaf                 1:24                     (Herbivore = Pflanzenfresser)

Herbivoren haben einen viel längeren Darm da die Verdauung von Pflanzenfasern viel Zeit in Anspruch nimmt. Fleisch hingegen kann leicht verdaut werden.


Aber was bedeutet das jetzt?

Gebe ich meinem Hund z. B. eine rohe Karotte, so wird diese meist unverdaut wieder ausgeschieden und der Hund hat zwar ein Teil seines Hungergefühls damit gestillt aber keine Nährstoffe daraus ziehen können.

Wenn wir pflanzliche Zutaten (Kartoffel, Karotte etc.) füttern, muss darauf geachtet werden, dass durch aufkochen, aufspalten, etc. der Zutaten, die Nährstoffe für den Hund verwertbar werden.

Nahrung mit sehr hohen Fleischanteil hingegen ist eine für den Hund leicht verdauliche Kost. Daher sollte diese bevorzugt werden.


Fütterungsmethoden:

Selbst zubereiten oder doch lieber kaufen?

Wenn wir die Nahrung selbst zubereiten können wir für den Hund Barfen oder kochen und entscheiden somit mit was und in welcher Qualität wir den Hund füttern. Allerdings sollte man hierzu eine sehr gute Kenntnis über die Zusammensetzung der einzelnen Lebensmittel haben und sich mit Nahrungsergänzungsmitteln auskennen, damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Um Mangelerscheinungen rechtzeitig zu erkennen, sollte beim Tierarzt regelmäßig ein Blutbild gemacht werden.

Kaufen können wir entweder Nass- oder Trockenfutter. Und auch hier gibt es riesige Unterschiede in der Qualität der Nahrung.


Bestandteile der Nahrung:

Wie beim Menschen auch, sollte die Nahrung von Hunden aus folgenden Bestandteilen bestehen:

Proteine benötigt der Körper zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körpersubstanz. Auch hierbei gilt wieder, tierische Proteine können besser verwertet werden wie pflanzliche Proteine.

Fette sind Energieträger und doppelt so energiereich wie Kohlenhydrate.

Kohlenhydrate sind Zuckerformen und Stärke, meist von pflanzlicher Herkunft.

Vitamine sind lebensnotwendig. Gibt man zu viele wasserlösliche Vitamine ist das kein Problem, da diese wieder ausgeschieden werden können. Gibt man allerdings zu viele fettlösliche Vitamine lagern sich diese in den Organen an und können dort Schäden anrichten.

Mineralstoffe unterteilt man in Mengenelement (diese kommen in größeren Mengen vor, z. B. Kalium, Phosphor, etc.) und Spurenelementen (diese kommen nur in Spuren im Körper vor, z. B. Eisen, Zink, etc.). In der Ernährung der Hunde spielt unter anderem das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor eine sehr große Rolle.

Ballaststoffe kommen hauptsächlich aus der Zellwand von Pflanzen und können nicht verdaut werden. Nichts desto trotz sind sie wichtig. Die Ballaststoffe regen die Darmperestaltik an und sorgen für eine schnellere Darmpassage.

Wasser ist überlebenswichtig. Bieten wir dem Hund Nassfutter an, enthalten bereits die Zutaten sehr viel Feuchtigkeit. Diese reicht aber noch nicht aus. Es sollte immer frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Bieten wir dem Hund Trockenfutter an, müsste er theoretisch schon das dreifache seiner Nahrung an Wasser zu sich nehmen, um die Trockennahrung auszugleichen. Und dann noch zusätzliches Wasser was er so brauchen würde.


Etiketten-Kunde:

Was ist der Unterschied zwischen Alleinfuttermittel, Einzelfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel?

Alleinfuttermittel ist so zusammengestellt, dass es alle wichtigen Nährstoffe abdeckt.

Ergänzungsfuttermittel, wie der Name schon sagst, wird zur Ergänzung gegeben. Das sind zum Beispiel Leckerlis oder zusätzliche einzelne Nährstoffe in Form von Pulver.

Einzelfuttermittel bestehen aus einer einzigen Zutat und dienen lediglich dazu ein Mehrfuttermittel herzustellen. Ein Einzelfuttermittel kann keine ausgewogene Nahrung sein.


Was ist eine offene oder geschlossene Deklaration?

Werden die Bestandteile in Gruppen zusammengefasst, so handelt es sich um eine geschlossene Deklaration. Bei der offenen Deklaration wird jede Zutat einzeln genannt. Mittlerweile ist es gesetzlich erlaubt beide Arten der Deklaration zu mischen.

Die Zutaten sind nach ihrer Menge gelistet. Das, was am meisten im Futter vorkommt, steht an erster Stelle.

Ein kleines Beispiel (sehr vereinfacht):

Nehmen wir einmal an, ein Futter würde aus 40% Fleisch, 30% Weizen und 30% Reis bestehen. Die offene Deklaration macht es möglich, dass der Anteil an Getreide (Weizen und Reis) nach dem Fleisch gelistet wird da die Anteile einzeln geringer im Futter vorkommen als der Fleischanteil.

Würde hier eine geschlossene Deklaration gewählt werden, würde das ganze so aussehen: 60% Getreide, 40% Fleisch.


Zu beachten sind außerdem die Prozentangaben in der Futterzusammensetzung:

Steht die Prozentangabe vor dem Inhalt, so handelt es sich um den tatsächlichen Inhalt in der Dose. Beispiel: 90% Rind-Fleisch, 10% Getreide - In einer 100 g Dose sind also 90 g Fleisch und 10g Getreide enthalten.

Steht die Prozentangabe jetzt aber hinter dem Inhalt, so handelt es sich um eine unbekannte Menge.

Beispiel: Fleisch (90% Rind), Getreide (10% Weizen) - Jetzt wissen wir, dass in einer 100 g Dose der größte Anteil Fleisch ist, wovon 90% vom Rind ist, und der zweitgrößte Anteil Getreide ist, wovon 10% vom Weizen ist.


Wieso komme ich beim zusammenzählen der analytischen Bestandteile nicht auf 100%?

Die Analytischen Bestandteile bestehen aus Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser und Feuchtigkeit. Zieht man diese Bestandteile von 100% ab, kommt man auf einen Restwert der die Kohlenhydrate darstellt.

Verwirrend, oder? Ich achte beim Kauf von Futter auf folgende Dinge:

·       Die Prozentangabe steht VOR dem jeweiligen Inhaltsstoff

·       Die Prozentangaben ergeben 100%

·       Der höchste Anteil im Futter ist Fleisch

·       Es handelt sich um ein Alleinfuttermittel


Nahrung und deren Einfluss auf das Verhalten:

Sollte es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen ist es wichtig dies genauer zu untersuchen. Hier kann es hilfreich sein, sich einen Hundetrainer hinzuzuziehen, der sich erst mal den Alltag vom Hund anschaut. Im Alltag können Kleinigkeiten in der Routine schon den Unterschied machen. Stellt der Hundetrainer dann fest, dass der Alltag dem Hund genug Sicherheit und Ruhe bietet, ist der nächste Schritt der Weg zum Tierarzt. Dieser kann über ein Blutbild feststellen ob dem Hund etwas fehlt oder eventuell sogar zu viel gefüttert wird.

Hier zwei Beispiele:

Der Hund erhält zu viel Schlund. Schlund enthält sehr viele Schilddrüsenhormone (auch noch im gekochten Zustand). Diese reichern sich immer mehr an und können schließlich zu einem hyperaktivem Hund führen.

Zu wenig Kohlenhydrate führen zu einer Unterzuckerung, wodurch der Hund gereizt und nervös werden könnte.


Bis heute gibt es vier Stoffe, deren Auswirkung auf das Verhalten wissenschaftlich belegt sind:

Alpha-Casozepin ist ein Peptid welches im Milcheiweiß enthalten ist. Es hat eine beruhigende Wirkung auf Menschen und Tiere. Allerdings haben nur Welpen das entsprechende Enzym um natürlich vorkommendes Alpha-Casozepin umsetzen zu können. Bei erwachsenen Tieren müsste man deshalb auf das bereits hydrolisierte Alpha-Casozepin zurückgreifen (Nahrungsergänzungsmittel).

Docosahexaensäure (DHA) ist eine Omega-3-Fettsäure die bei Hunden eine bessere geistige Leistung bewirkt und dadurch deren Trainierbarkeit und Trainingsbereitschaft erhöht.

L-Theanin hilft Stress abzubauen und beruhigt, außerdem senkt es das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs.

L-Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure und ist die Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin. Der Neurotransmitter wirkt sich positiv auf die psychische und emotionale Verfassung aus. Zudem kann es aggressives Verhalten verringern.

Wichtig: Bitte gib diese Stoffe nicht einfach dem normalem Futter hinzu, denn wie immer kommt es auf ein ausgewogenes Verhältnis an. Einige der Stoffe sind auch schon in handelsüblichem Futter zu finden.


Du hast Fragen? Du willst Deinem Hund einen Ernährungsplan erstellen lassen oder bist auf der Suche nach dem passenden kaufbaren Futter für euren Hund? Meldet euch gerne bei mir und ich berate euch!!!


 


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